Von einem der auszog um die Kälte zu spüren…

An diesem Dezembermittag hing Johanna ruhig und gelassen an ihrer starken schwarzen Eisenkette und weckte eine märchenhafte Stimmung in mir. Vom Wasser aus stiegen graue Schleier hoch und umhüllten die Ginsheimer Grundseilfähre geheimnisvoll.

Ich war auf dem Weg zum Cafe Rheingenuss um mir dort ein wärmendes Mittagsüppchen zu gönnen und versuchte diese besondere Stimmung mit meiner Handykamera einzufangen.

 

fullsizeoutput_3ca8

Dabei fiel mir ein kleines Boot auf, dass dort wie aus dem Nichts aus dem Nebel auftauchte. Es war voll beladen und wirkte auf mich wie ein mit technischem Gerät vollbepacktes Forscher-Floß. Ich dachte mir, dass es sicher bessere Tage für die Entnahme für Wasserproben gäbe. Bei der Kälte und dem Nebel auf dem Wasser unterwegs zu sein stellte ich mir extrem unbehaglich vor. Das mussten wohl sehr sehr wichtige Untersuchungen sein. Mir war ja am Ufer schon schaurig schön kalt.

Deswegen bin ich dann auch mal ganz schnell ins Café Rheingenuss gegangen und bestellte mir eine wärmende orientalische gelbe Linsen Suppe, für die ich an dieser Stelle mal meine absolute Empfehlung aussprechen möchte!

Während ich meine mit lila Blüten dekorierte Suppe löffelte, betrat ein ziemlich großer Mann, mit einer etwas seltsam anmutenden Ausrüstung, das Cafe. Er hatte beide Hände voll beladen mit Dingen, die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte und wirkte auf mich, dass er im Moment nicht so genau wusste wohin nun damit.

Was er allerdings genau wusste, war, dass er mal auf jeden Fall einen Kaffe trinken möchte. Mit Sojamilch versteht sich. Ich sinnierte so vor mich hin, was der Herr in schwarzer Arbeitskleidung bewaffnet mit einem schwarzen Kunststoffbrettchen, damit wohl für Arbeiten damit verrichtet könnte, wusste mir aber wirklich keinerlei Reim draus machen. So versuchte ich mich wieder auf den wunderbaren Geschmack meiner Linsensuppe zu konzentrieren.

Doch dieser Mann zog erneut meine Aufmerksamkeit auf sich.
Diese Freude! Ach – ist das schön! Ach – ist das schön hier 🙂 „, verkündete er mit einer fast kindlich wirkenden fröhlichen Lebendigkeit, die man durch das ganze Cafe hören konnte.
Als ich mich dann bei meiner Bestellung nicht zwischen Milchkaffe und Cappuccino entscheiden konnte, half mir der junge Mann und riet mir zur Sojamilch. Ich drehte mich zu ihm um und bedankte mich für den lieben Tipp und sagte lachend zu ihm: „Ich glaube, ich habe noch Niemanden gesehen, der sich so wunderbar über einen Tasse Kaffee freuen kann!“. Und so kamen wir dann ins Gespräch.

Er freue sich einfach mal wieder Menschen zu sehen und die Wärme des Cafés zu genießen. Nun war natürlich meine Neugier geweckt und ich konnte es nicht unterlassen ihn zu fragen, was in aller Welt jemand dazu treibt bei diesem ungemütlichen Regenwetter mit Wind und Nebel mit dem Kajak unterwegs sein. Und das noch dazu mit einem Zelt!

136D2578-1C51-4FC2-B044-E27942F92467

Und dann sprudelte es auch ihm heraus: „Ich bin Garten- und Landschaftsbauer und kann nur im Winter Urlaub machen.“ Er erzählte mir weiter, dass er nun schon seit drei Tagen mit dem Kajak unterwegs sei und mittlerweile 70 Kilometer in seinem Kajak zurück gelegt hat. Nachts habe er irgendwo in der Natur in seinem Zelt geschlafen, mehr schlecht als recht, weil es doch schon ziemlich kalt war. Sein Ziel sei eine Stadt in Holland und von dort aus wolle er dann weiter nach Argentinien. Nun durfte ich auch endlich erfahren, was es mit dem schwarzen Brett auf sich hatte: Stolz präsentierte er mir sein Solarpanell inclusive Generator Marke Eigenbau.
Nur dumm, dass die Sonne die Tage so überhaupt nicht scheinen wollte – der Plan ging leider nicht ganz auf. Zu allem Übel, berichtete er mir fast ein wenig beschämt, hätte er seine Gaskartusche zwar eingepackt aber dann im Auto liegen lassen.
Auf Reisen ist „Ausrüstung ist Alles!“ stellten wir im Laufe des Gesprächs noch einmal gemeinsam fest.

Nun sitzt er hier im Cafe mit 15 Euro in der Tasche und einem Handy das unbedingt mal geladen werden müsste. „Jetzt wärme ich mich erst mal auf und dann sehe ich weiter.“ , konstatierte er trotz der ganzen Misere immer noch mit absolut gut gelaunter Miene.

Dieser gut gelaunte junge Mann erinnerte mich an unsere Tochter, die in der letzten Zeit, sagen wir mal eher etwas unkomfortable Abenteuer Reisen unternommen hatte. Auf ihrer Reise hatte sie wunderbare gastfreundliche Menschen kennengelernt, die ihr das Leben unterwegs mit Fahrrad und Hängematte etwas angenehmer gemacht haben. Dafür war ich als Mutter vielleicht noch dankbarer als sie selbst :-)!

Als ich ihn fragte: „Was wünschst Du Dir für den heutigen Tag?„, antworte er bescheiden: „Also, wenn heute noch mal die Sonne scheinen würde, dann wäre der Tag perfekt!“.

Ich glaube, dieser jungen Mann wusste gar nicht, dass gerade die ganze Sonne durch ihn durchscheinte, als er das von sich gab.

Ich konnte nicht anders, ich lud ihm zum Kaffee ein und fragte ihn, ob ich ihm eine Übernachtung im Hotel Ratskeller spendieren darf. Ich wünschte mir, dass er sich mal ordentlich aufwärmen könnte und seine Sachen zum trockenen bringen kann bevor er morgen seine Kajakreise rheinabwärts fortsetzt. Dieses klare Leuchten in den klaren blauen Augen waren der schönste Dank.
Noch dazu hatte ich das Gefühl den Menschen, die Reisenden wie Max oder unserer Tochter Kati bzw. allen Menschen vorurteilsfrei geholfen haben, auf eine etwas andere Art und Weise etwas zurückzugeben.

Spannend finde ich, dass ich in letzter Zeit Menschen kennen lerne, die auf ganz speziellen Reisen sind. Mit Fahrrad und Hängematte durch Deutschland, Barfuß per Anhalter nach Feuerland, mit dem Kajak nach Holland und alle haben ihre ganz besonderen Geschichten zu erzählen. Alle haben eins gemeinsam:  sie kommen raus aus ihrer Komfortzone und überwinden ihren inneren Schweinehund. Die beste Ausrüstung im Gepäck die man haben kann: Ein offenen Herz und Vertrauen in die Menschheit.

So komm ich heute zu dem Schluss:
Ausrüstung ist zwar Alles, aber Nichts ohne Seelenwärme.

Was wärmt Deine Seele auf Reisen?

fullsizeoutput_3ca4.jpeg

 

 

 

Gänseblümchen RapSody. feat. Daisy Jam

Endlich finde ich mal wieder Ruhe einen Beitrag zu schreiben. Bei mir ist nämlich gerade mal wieder ganz schön viel los. Das kennt ihr ja sicher auch 🙂

Aber, was sagt ihr zu dem kleinen Wortspiel in der Überschrift? Jam heißt auf englisch Marmelade, Daisy ist nicht nur ein Vorname für die schönen Frauen, sondern heißt auf englisch „Gänseblümchen“. Und „Jam“ ist nicht nur das englische Wort für Marmelade!  Im Hiphop Jargon steht „Jam“ für eine HipHop Party und Musikveranstaltungen heißen heute gerne auf Neudeutsch: „JamSession“. Und meinen Gänseblümchen Rap zu Muttertag, möchte ich auf alle Fälle irgendwann mal noch mal als Rap hören dürfen. Mal sehen, was mir dazu noch einfällt… Weiterlesen

Gänseblümchen RapSody (noch ohne Ton) für Mama

kennst Du noch nicht das kleine Kraftpaket?
sicher wächst es auch in Deinem grünen Rasenbeet
es bleibt fröhlich und munter nach jedem Schnitt
Es ist wirklich robust, trotzt jedem festen Tritt!!!!
so gibt es Dir jetzt seine ZauberKraft,
geniesse und staune, welche Wunder es schafft
verpackt von mir für Dich im süßen Gelee

Hey Mama, Is lieber Gänseblümchen im süßen Gelee
enthält enorm viel Eisen, Vitamin, A, & C
Mehr Vitamine C als eine Zitrone –
Das Pflänzchen ist echt eine wahre Kanone!

so wirkt es ganz heimlich jetzt auch in Dir
macht Dich lebensfroh und heiter
Denn sauer macht lustig, das weißt Du ja schon,
es sagt Dir: steh immer wieder auf, das Leben geht weiter
nasch am besten täglich ein bisschen davon!
versorgt Dich gut mit Kalium, Calcium & Magnesium
Wo zu also künstliche Nahrungsergänzung?
Mensch Mutter, Lass die Tabletten im Schrank stehen!
Die Natur hilft Dir sicher besser und ist
Wie Du, auch viel schöner an-zu-sehen

Hey Mama, Is lieber Gänseblümchen im süßen Gelee
enthält enorm viel Eisen, Vitamin, A, & C
Mehr Vitamine C als eine Zitrone –
Das Pflänzchen ist echt eine wahre Kanone!

Tanze barfuss und trage Gänseblümchen im Haar
es heißt, das bringt Glück! – hey, wie wunderbar!
Mama, Du hast dem Leben viel Liebe und Kraft gegeben
ich bin mir sicher, die Liebe und das große Glück
kommt wie das Gänseblümchen zu Dir zurück
Hab Geduld und lass Dich nicht unterkriegen!
Hör nicht auf blöde Ziegen deren Worte nicht wiegen –
Blöder Reim – ich mag doch so gerne Ziegen
doch was ich Dir eigentlich sagen will,
Ich bin mir sicher,
Du hast bald jemanden neben Dir liegen
Von dem Du Dich richtig gern und ganz fest
Immer wider zärtlich umarmen lässt – bis dahin

Hey Mama, Is lieber Gänseblümchen im süßen Gelee
enthält enorm viel Eisen, Vitamin, A, & C
Mehr Vitamine C als eine Zitrone –
Das Pflänzchen ist eine echte wahre Kanone!

Aber weißt Du was – die noch echtere Kanone –
Das bist Du – trotz 70 Lenzen, ey echt scharf wie eine Bohne –
Er liebt mich, er liebt mich nicht – er liebt Mich
wer weiß, welche Antwort das Gänseblümchen für Dich hat –
Ich weiß, wer Dir blöd kommt – den setzt Du schachmatt
Ich wünsche Dir einen Menschen der Dich lieb hat
so wie Du bist,
alles andere wäre großer Mist, bis dahin

Hey Mama, Is lieber Gänseblümchen im süßen Gelee
enthält enorm viel Eisen, Vitamin, A, & C
Mehr Vitamine C als eine Zitrone –
Das Pflänzchen ist eine echte wahre Kanone!

für Dich vom HolunderMärchenMädchen  alias Petra Jurgeit,
geschrieben im Mai 2018 zum Muttertag

Dem Wunder „Auf der Spur“

Bildschirmfoto 2018-05-19 um 16.46.27J DammRight hat vor ein paar Tagen unter dem Label cannapit_records (Instagram:@cannapit), einen deutschen HipHop Rap veröffentlicht, in dem unsere Tochter Katharina Jurgeit auch einen Part rappt. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass ich hier vor Stolz platzen könnte.

Zusammen mit @Svvennevvs, @cannapit222 und @lusyddreamer singen sie davon, wie  1 &1 drei wird,  alle auf der Spur bleiben und immer nur besser werden. Das besondere daran, jeder hat seinen eigenen individuellen Text geschrieben. Die Stimmen sind so verschieden, wie man es sich nur wünschen kann. Hier kommt absolut keine Langweile beim Hören auf.

Der junge und wie ich finde, sehr talentierte Musikproduzent J DammRight jdammright.com hat es geschafft, alle auf Ihre Art glänzen zu lassen. Ich würde das Stück als einen Harmonisches Rapp-Battle bezeichnen – aber ich habe ja keine Ahnung von Hip-Hop! Vielleicht sollte ich das Wort „Harmonisch“ hier lieber nicht verwenden? :-)))

@j.dammright – ich bin Dir so dankbar dafür, das ich heulen könnte – wie sehr habe ich mir heimlich gewünscht,  Euch mal zusammen zu hören.

Mal abgesehen, dass ich diesen Song wirklich liebe und am Tag mindestens 20 mal rauf und runter höre, freue ich mich so sehr, dass unsere Kati über einer ihrer größten Schatten gesprungen ist. Ja, ich gehe sogar soweit zu sagen, dass es ihr gelungen ist, eine anerkannte Führungskraft für ihr Inneres Schatten-Team zu sein. Sie hat es geschafft, sämtliche Mitglieder in ihrem Inneren Team zu vereinen. Der Teamerfolg kann sich sogar hören lassen :-)Welche Namen diese Schattenspieler in ihrem innerem Team haben und wie sie diese motiviert hat erzählt sie Euch bestimmt irgendwann mal in ihrem eignen Blog http://mbkk.blog

Für mich hat sie jedenfalls in diesem Song ein kleines großes Wunder vollbracht:

Ihre Ängste überwunden und sich getraut, dass zu tun, was ihrer Seele Kraft gibt.

Als Kind sang sie zwar im Schulchor, hatte Tanz- und Klavierunterricht,  wollte aber damit nur sehr ungern auf die Bühne.  Am liebsten wollte Sie im Hintergrund bleiben. Wie schade, oder?

Hört doch mal rein und hinterlasst gerne Eure Kommentare: itunes.apple.com/de/album/auf-der-spur/1380040618

Botschaften von Hummer, Krebs und Fichtenzapfen

Manchmal miaut unsere Katze Mecki herzergreifend – meistens hat sie dann nur Hunger, will mal eine extra Tasse Milch oder Gesellschaftsspiele spielen.
Am 05. Oktober 2017 ging unsere Katze in unserem Souterrinbereich spazieren und miaute herzergreifend, irgendwie noch  viel markanter als sonst. So, als ob sie uns ganz besonders dringend auf etwas hinweisen wollte…
Ich ging ihr einfach mal nach und wurde so auf den Wasserstand-Mess-Stab aufmerksam, der sich in unserem Souterrain- Zisternenschacht auf und ab bewegte. Zusätzlich aber auch auf seltsame Tiergeräusche, die ich nicht zuordnen konnte.
Mein Mann und ich haben darauf hin den Zisternenschacht und Deckelober- und Unterseite genauestens überprüft. Wir haben sehr gründlich nachgeschaut, ob dort irgendein Tierchen eingeklemmt ist. Fehlanzeige, eigentlich alles in Ordnung.

Abgesehen davon, dass dort die Fenster wirklich mal gründlich geputzt werden müssten und ein paar Fichtenzapfen wild auf den roten Kiessteinen verstreut lagen, war alles wie immer. Einige der Zapfen lagen sogar so lustig herum, dass ich erst dachte, dort läge ein Hummer oder ähnliches. Aber das wäre ja höchst unwahrscheinlich.

Und jetzt stellt Euch vor, als ich dann doch noch mal genauer hinschaute stellte ich fest, dass es gar keine Fichtenzapfen waren, die ausschauten wie ein Hummer, sondern tatsächlich ein toter Hummer, der aussah wie ein Fichtenzapfen. WOW!
Zuerst dachte ich sogar, es sein ein Skorpion und brach leicht in Panik aus, aber mein lieber Mann beruhigte mich sofort und teilte mir mit, dass es sich bei diesem seltsamen Fund eindeutig um ein totes Hummertier handelt. Wie es allerdings dahin gekommen sein sollte, dafür hatten wir bei keine Erklärung.

Leider sollte das noch nicht alles gewesen sein, denn einen Tag später, fanden wir noch ein zweites totes Exemplar, diesmal war es ein wenig im Zisternendeckel eingeklemmt.
Och nö, dachte ich, das wird aber jetzt echt seltsam. Wir haben keinen Gartenteich, der Althrein ist gute 400 Meter von uns entfernt und um unseren Garten ist rundherum ein Zaun. Wie kommen denn nun um alles in der Welt diese Hummer ausgerechnet hier vor unsere Fenster? Eine Frage, die wir uns bis heute noch nicht wirklich beantworten können.

Die beiden kleinen Hummer haben wir übrigens in eine Schale mit Sand gegeben und  mit Rosenblättern, Salbei und ein paar Muscheln bedeckt  und einem „Gute Reise Gebet“ in der Biotonne beerdigt. Wir können nicht wissen, was sie dazu gebracht sich auf diese Art und Weise bei uns bemerkbar zu machen, aber vielleicht haben sie sich ja gerade uns ausgesucht um so liebevoll in die Anderswelt transportiert zu werden? Wie ich drauf komme, ist mal eine andere Blogstory wert. 🙂

IMG_2440

🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸

Seit diesem merkwürdigen Fund, habe ich mich sehr mit dem Hummer bzw. den Flusskrebsen beschäftigt und mich schlauer gemacht. Ich fand es einfach so außergewöhnlich, diese beiden Schalentiere vor unserem Souterrain Fenster zu finden, dass ich Ihnen, quasi eine Art letzte Ehre erweisen wollte, wenn sie schon ihr Leben auf unserem Grundstück verlieren sollten.

Übrigens hat sich mittlerweile ergeben, dass es wohl eher Flusskrebse waren, als echte Hummer. Durch meine Recherchen, weiß ich jetzt nun, dass ihre Artgenossen, also die Flusskrebse bei Helgoland tatsächlich vom Aussterben bedroht sind und dass Hummer bis zu 100 Jahre leben können. Aber leider werden auch die Hummer nicht mehr so alt und so groß, weil einfach viel zu viele in unseren Kochtöpfen landen. Das finde ich sehr traurig. Abends lief dann genau zu diesem Thema sogar eine Dokumentation im Fernsehen: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/Hummer-satt-Das-Helgoland-Experiment,diereportage756.html – da hab ich echt nicht schlecht gestaunt. :-), was für ein Zufall!

Von diesen klugen, starken Kreaturen können wir so viel lernen. Für beide, egal ob Hummer oder Flusskrebs, ist es ein wirklich wirklich harter Kampf zu wachsen und  in der Wildnis oder auch im geschützten Gartenteich  zu überleben. Der Körper der Schalentiere wird durch ein  Art „Exoskelett“ also durch ihre harte Schale geschützt. Dies Schale wächst blöderweise nicht mit und platzt irgendwann. In der Wachstumsphase wird dem Krustenwesen die Schale zu eng,  Diese Enge ist äusserst schmerzhaft. Ja, auch Krebse und Hummer haben ein Schmerzempfinden, auch wenn wir das ungern wahr haben wollen.
Der Krebs wächst quasi durch die Schale, bis sie geplatzt ist. Das „nackte“ Tier ist dann ohne seine Schale absolut wehrlos, und sucht sich deshalb erst mal ein gutes Versteck und wartet bis die neue Schale nachgewachsen und  wieder hart genug für den Hummeralltag  geworden ist.

Da unsere beiden Tiere noch ihre Schalen hatten, gehen wir eher davon aus, dass sie auf Wanderschaft waren. Entweder, weil das Wasser aus dem sie kamen nicht mehr klar genug war, oder vielleicht auch weil sie sich ein lauschiges Plätzchen zum Vermehren gesucht haben. Auch das, fand ich sehr interessant, denn wenn die Flusskrebse das Heimatwasser nicht mehr als sauber genug empfinden, oder es einfach nur zu stark von ihreren Kameraden besiedelt ist, verlassen sie ihren Standort und suchen sich einen neuen Heimatort, auch wenn sie dafür ihr Leben einbüßen müssen.

Leider wurde ihnen dieses dann zum Verhängnis, da es sich für die beiden wohl in unserem Souterrain Steingarten zwar nach frischem Wasser anhörte, aber für Flusskrebse nicht wirklich zugänglich ist. Also das Leben dieser Schalentiere ist wirklich alles andere als gemütlich.

Da haben wir Menschen es uns doch schon ein stückchenweit komfortabler eingerichtet. Aber sind wir mal ehrlich, vielleicht auch schon ein bisschen viel zu bequem?

Haben wir Menschen es wirklich nötig, Schalentiere, die es sowieso schon schwer genug haben, in großen ungemütliche und viel zu engen Aquakulturanlagen zu züchten?
Aber das ist ja auch wieder ein ganz anderes Thema.

Ich glaube fest daran, dass die Natur uns auf ihre Art jeden Tag viele Botschaften sendet, mehr oder weniger verständlich. Ebenso glaube nicht, dass wir Menschen wirklich verlernt haben sie zu verstehen. Vielleicht machen wir uns nur nicht mehr ganz so viel Mühe damit?

Nun auch wir beschäftigen uns seid einiger Zeit mit Thema „Standortwechsel“ und „Neuanfang“. Mehr Platz für unsere Ideen und mehr Natur um uns herum zu haben.
Das ist wirklich ein großer Schritt und will gut überlegt sein.

Also, was hat uns die Natur da nochmal vor unser schmutzigstes Fenster gelegt?
Tote Hummer und Fichtenzapfen, die mich darauf aufmerksam machen, dass dort tote Schalentiere um ihr Leben oder um ihre Fortpflanzung gekämpft haben.
Wirklich eine ungewöhnliche Zusammenstellung…

Fichtenzapfen sind, wie wir alle wissen, sehr wetterfühlige Kunstwerke der Natur.
„Sie öffnen und schließen sich ohne Motor, ohne Sensor, ohne Energie, ohne Kosten“, sagt der Frankfurter Architekt Achim Menges. Er nahm sich genau diese Eigenschaften der Fichtenzapfen für ein Designexperiment zum Vorbild. Das wabenartige Kunstwerk „Hygroskope“ schliesst oder öffnet sich je nach Luftfeuchte und ist so quasi genauso wetterfühlig, wie sein Vorbild geworden. Faszinierend! Das solltet ihr Euch unbedingt mal anschauen – aber bitte erst, wenn ihr meinen Artikel fertig gelesen habt 🙂 Ist gleich fertig 🙂

🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸

Also bitte hier wieder  zurück zu den natürlichen Botschaften 🙂

Deine Fenster dürften echt mal öfter geputzt werden und gehe bitte noch ein bisschen aufmerksamer und öfter durch Deinen Garten?

Tatsächlich habe dann wirklich das Souterrain Zimmer mal grundgereinigt 🙂
Kann ja erst mal nix schaden, dachte ich mir so. 🙂

Ein paar Tage später haben mein Mann und ich uns unterhalten, welche Fragen wir uns uns ernsthaft mal stellen könnten, wenn wir mal so täten, dass es tatsächlich Botschaften der Natur waren, die da an uns gerichtet wurden. Wir haben Fragen formuliert, die uns spontan dazu eingefallen sind –

  • Ist uns unsere Schale zu klein geworden?
  • Passen wir noch dahin, wo wir sind?
  • Kehren wir genug in uns und gehen unseren Gefühlen tief genug auf den Grund?
  • Wo „krebsen“ wir herum?
  • Was dürfen wir reinigen, verstehen und heilen?
  • Wo zwickt es und wo zwackt es, was ist zu eng?
  • Wo braucht es mal einen sauberen Schnitt?
  • Sind wir bereit für die Veränderung echte Schmerzen auszuhalten oder gar unser aktuelles Leben (auf) zu geben?
  • Sind wir feinfühlig genug für unsere Umwelt?
  • Tun wir genug für unsere Umwelt/ Nachwelt?
  • Was tun wir für gute Wasserqualität und genug gutes Wasser auf der ganzen Welt?
  • Nehmen wir uns genug Zeit, unsere Schalen zu stärken?
  • Aber auch, brauchen Hummer, Krebs und Wald unsere Hilfe?

Diese Fragen stelle ich mir selbst, uns als Ehepaar, als Familie, als Firmenchefs, aber auch die gesamte Menschheit. Die Antworten sind sicherlich ein bisschen unbequem. Vielleicht sogar so unbequem, wie wenn, es Hummer, Krebs usw. in ihrer Schale zu eng wird.
Die ehrlichen Antworten könnten wahrscheinlich auch erstmal ein bisschen weh tun.

IMG_2438

Diese Botschaften oder Hinweise aus der Natur, interpretiere ich folgendermaßen:
Wenn wir uns trauen, uns bereits in Guten Zeiten mit unbequemen Fragen auseinander zu setzen, dann machen uns die Antworten sicher und stark und mutig genug  für unsere nächsten Entscheidungen, Veränderungen und Herausforderungen.

So  bleibt das Leben auf alle Fälle weiterhin spannend 🙂

🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸🌸

Ich bin zwar weder Veganerin noch Vegetarierin, aber ich mag nix essen, wo sich mir der Magen rumdreht und mein Gewissen Alarm schlägt, wenn ich mitbekomme, was Lebewesen durchmachen müssen, bis sie bei uns auf dem Teller kommen.

Ich mag es nicht, wenn mich ganze Tiere auf dem Teller anschauen.

vUool0weTG+XKmti2nbBMg

Deswegen hat mir die Idee von https://www.veganblog.de/ernahrung/so-isst-man-heute-hummer/  wirklich prima gefallen. Dort gibt es ein tolles Foto für einen vegetarischen Hummer und sehr sehr viele Informationen darüber, was mit dem Hummer im Lebensmittelgeschäften und Restaurants so alles passiert. Da ich das Foto nicht klauen will, habe ich es als Inspiration für meine  eigene „Foto-Kreation“ genommen.

Mit etwas mehr Geschick, Übung und Kreativität könnte das doch auch mal eine Hummer-Alternative sein, wenn etwas ganz Besonderes serviert werden soll 🙂

Die Zeichen der Natur stehen auf Schonung

Guten Appetit!

Euer HolunderMärchenMädchen