Botschaften von Hummer, Krebs und Fichtenzapfen

Manchmal miaut unsere Katze Mecki herzergreifend – meistens hat sie dann nur Hunger, will mal eine extra Tasse Milch oder Gesellschaftsspiele spielen.
Am 05. Oktober 2017 ging unsere Katze in unserem Souterrinbereich spazieren und miaute herzergreifend, irgendwie noch  viel markanter als sonst. So, als ob sie uns ganz besonders dringend auf etwas hinweisen wollte…
Ich ging ihr einfach mal nach und wurde so auf den Wasserstand-Mess-Stab aufmerksam, der sich in unserem Souterrain- Zisternenschacht auf und ab bewegte. Zusätzlich aber auch auf seltsame Tiergeräusche, die ich nicht zuordnen konnte.
Mein Mann und ich haben darauf hin den Zisternenschacht und Deckelober- und Unterseite genauestens überprüft. Wir haben sehr gründlich nachgeschaut, ob dort irgendein Tierchen eingeklemmt ist. Fehlanzeige, eigentlich alles in Ordnung.

Abgesehen davon, dass dort die Fenster wirklich mal gründlich geputzt werden müssten und ein paar Fichtenzapfen wild auf den roten Kiessteinen verstreut lagen, war alles wie immer. Einige der Zapfen lagen sogar so lustig herum, dass ich erst dachte, dort läge ein Hummer oder ähnliches. Aber das wäre ja höchst unwahrscheinlich.

Und jetzt stellt Euch vor, als ich dann doch noch mal genauer hinschaute stellte ich fest, dass es gar keine Fichtenzapfen waren, die ausschauten wie ein Hummer, sondern tatsächlich ein toter Hummer, der aussah wie ein Fichtenzapfen. WOW!
Zuerst dachte ich sogar, es sein ein Skorpion und brach leicht in Panik aus, aber mein lieber Mann beruhigte mich sofort und teilte mir mit, dass es sich bei diesem seltsamen Fund eindeutig um ein totes Hummertier handelt. Wie es allerdings dahin gekommen sein sollte, dafür hatten wir bei keine Erklärung.

Leider sollte das noch nicht alles gewesen sein, denn einen Tag später, fanden wir noch ein zweites totes Exemplar, diesmal war es ein wenig im Zisternendeckel eingeklemmt.
Och nö, dachte ich, das wird aber jetzt echt seltsam. Wir haben keinen Gartenteich, der Althrein ist gute 400 Meter von uns entfernt und um unseren Garten ist rundherum ein Zaun. Wie kommen denn nun um alles in der Welt diese Hummer ausgerechnet hier vor unsere Fenster? Eine Frage, die wir uns bis heute noch nicht wirklich beantworten können.

Die beiden kleinen Hummer haben wir übrigens in eine Schale mit Sand gegeben und  mit Rosenblättern, Salbei und ein paar Muscheln bedeckt  und einem „Gute Reise Gebet“ in der Biotonne beerdigt. Wir können nicht wissen, was sie dazu gebracht sich auf diese Art und Weise bei uns bemerkbar zu machen, aber vielleicht haben sie sich ja gerade uns ausgesucht um so liebevoll in die Anderswelt transportiert zu werden? Wie ich drauf komme, ist mal eine andere Blogstory wert. 🙂

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Seit diesem merkwürdigen Fund, habe ich mich sehr mit dem Hummer bzw. den Flusskrebsen beschäftigt und mich schlauer gemacht. Ich fand es einfach so außergewöhnlich, diese beiden Schalentiere vor unserem Souterrain Fenster zu finden, dass ich Ihnen, quasi eine Art letzte Ehre erweisen wollte, wenn sie schon ihr Leben auf unserem Grundstück verlieren sollten.

Übrigens hat sich mittlerweile ergeben, dass es wohl eher Flusskrebse waren, als echte Hummer. Durch meine Recherchen, weiß ich jetzt nun, dass ihre Artgenossen, also die Flusskrebse bei Helgoland tatsächlich vom Aussterben bedroht sind und dass Hummer bis zu 100 Jahre leben können. Aber leider werden auch die Hummer nicht mehr so alt und so groß, weil einfach viel zu viele in unseren Kochtöpfen landen. Das finde ich sehr traurig. Abends lief dann genau zu diesem Thema sogar eine Dokumentation im Fernsehen: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/Hummer-satt-Das-Helgoland-Experiment,diereportage756.html – da hab ich echt nicht schlecht gestaunt. :-), was für ein Zufall!

Von diesen klugen, starken Kreaturen können wir so viel lernen. Für beide, egal ob Hummer oder Flusskrebs, ist es ein wirklich wirklich harter Kampf zu wachsen und  in der Wildnis oder auch im geschützten Gartenteich  zu überleben. Der Körper der Schalentiere wird durch ein  Art „Exoskelett“ also durch ihre harte Schale geschützt. Dies Schale wächst blöderweise nicht mit und platzt irgendwann. In der Wachstumsphase wird dem Krustenwesen die Schale zu eng,  Diese Enge ist äusserst schmerzhaft. Ja, auch Krebse und Hummer haben ein Schmerzempfinden, auch wenn wir das ungern wahr haben wollen.
Der Krebs wächst quasi durch die Schale, bis sie geplatzt ist. Das „nackte“ Tier ist dann ohne seine Schale absolut wehrlos, und sucht sich deshalb erst mal ein gutes Versteck und wartet bis die neue Schale nachgewachsen und  wieder hart genug für den Hummeralltag  geworden ist.

Da unsere beiden Tiere noch ihre Schalen hatten, gehen wir eher davon aus, dass sie auf Wanderschaft waren. Entweder, weil das Wasser aus dem sie kamen nicht mehr klar genug war, oder vielleicht auch weil sie sich ein lauschiges Plätzchen zum Vermehren gesucht haben. Auch das, fand ich sehr interessant, denn wenn die Flusskrebse das Heimatwasser nicht mehr als sauber genug empfinden, oder es einfach nur zu stark von ihreren Kameraden besiedelt ist, verlassen sie ihren Standort und suchen sich einen neuen Heimatort, auch wenn sie dafür ihr Leben einbüßen müssen.

Leider wurde ihnen dieses dann zum Verhängnis, da es sich für die beiden wohl in unserem Souterrain Steingarten zwar nach frischem Wasser anhörte, aber für Flusskrebse nicht wirklich zugänglich ist. Also das Leben dieser Schalentiere ist wirklich alles andere als gemütlich.

Da haben wir Menschen es uns doch schon ein stückchenweit komfortabler eingerichtet. Aber sind wir mal ehrlich, vielleicht auch schon ein bisschen viel zu bequem?

Haben wir Menschen es wirklich nötig, Schalentiere, die es sowieso schon schwer genug haben, in großen ungemütliche und viel zu engen Aquakulturanlagen zu züchten?
Aber das ist ja auch wieder ein ganz anderes Thema.

Ich glaube fest daran, dass die Natur uns auf ihre Art jeden Tag viele Botschaften sendet, mehr oder weniger verständlich. Ebenso glaube nicht, dass wir Menschen wirklich verlernt haben sie zu verstehen. Vielleicht machen wir uns nur nicht mehr ganz so viel Mühe damit?

Nun auch wir beschäftigen uns seid einiger Zeit mit Thema „Standortwechsel“ und „Neuanfang“. Mehr Platz für unsere Ideen und mehr Natur um uns herum zu haben.
Das ist wirklich ein großer Schritt und will gut überlegt sein.

Also, was hat uns die Natur da nochmal vor unser schmutzigstes Fenster gelegt?
Tote Hummer und Fichtenzapfen, die mich darauf aufmerksam machen, dass dort tote Schalentiere um ihr Leben oder um ihre Fortpflanzung gekämpft haben.
Wirklich eine ungewöhnliche Zusammenstellung…

Fichtenzapfen sind, wie wir alle wissen, sehr wetterfühlige Kunstwerke der Natur.
„Sie öffnen und schließen sich ohne Motor, ohne Sensor, ohne Energie, ohne Kosten“, sagt der Frankfurter Architekt Achim Menges. Er nahm sich genau diese Eigenschaften der Fichtenzapfen für ein Designexperiment zum Vorbild. Das wabenartige Kunstwerk „Hygroskope“ schliesst oder öffnet sich je nach Luftfeuchte und ist so quasi genauso wetterfühlig, wie sein Vorbild geworden. Faszinierend! Das solltet ihr Euch unbedingt mal anschauen – aber bitte erst, wenn ihr meinen Artikel fertig gelesen habt 🙂 Ist gleich fertig 🙂

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Also bitte hier wieder  zurück zu den natürlichen Botschaften 🙂

Deine Fenster dürften echt mal öfter geputzt werden und gehe bitte noch ein bisschen aufmerksamer und öfter durch Deinen Garten?

Tatsächlich habe dann wirklich das Souterrain Zimmer mal grundgereinigt 🙂
Kann ja erst mal nix schaden, dachte ich mir so. 🙂

Ein paar Tage später haben mein Mann und ich uns unterhalten, welche Fragen wir uns uns ernsthaft mal stellen könnten, wenn wir mal so täten, dass es tatsächlich Botschaften der Natur waren, die da an uns gerichtet wurden. Wir haben Fragen formuliert, die uns spontan dazu eingefallen sind –

  • Ist uns unsere Schale zu klein geworden?
  • Passen wir noch dahin, wo wir sind?
  • Kehren wir genug in uns und gehen unseren Gefühlen tief genug auf den Grund?
  • Wo „krebsen“ wir herum?
  • Was dürfen wir reinigen, verstehen und heilen?
  • Wo zwickt es und wo zwackt es, was ist zu eng?
  • Wo braucht es mal einen sauberen Schnitt?
  • Sind wir bereit für die Veränderung echte Schmerzen auszuhalten oder gar unser aktuelles Leben (auf) zu geben?
  • Sind wir feinfühlig genug für unsere Umwelt?
  • Tun wir genug für unsere Umwelt/ Nachwelt?
  • Was tun wir für gute Wasserqualität und genug gutes Wasser auf der ganzen Welt?
  • Nehmen wir uns genug Zeit, unsere Schalen zu stärken?
  • Aber auch, brauchen Hummer, Krebs und Wald unsere Hilfe?

Diese Fragen stelle ich mir selbst, uns als Ehepaar, als Familie, als Firmenchefs, aber auch die gesamte Menschheit. Die Antworten sind sicherlich ein bisschen unbequem. Vielleicht sogar so unbequem, wie wenn, es Hummer, Krebs usw. in ihrer Schale zu eng wird.
Die ehrlichen Antworten könnten wahrscheinlich auch erstmal ein bisschen weh tun.

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Diese Botschaften oder Hinweise aus der Natur, interpretiere ich folgendermaßen:
Wenn wir uns trauen, uns bereits in Guten Zeiten mit unbequemen Fragen auseinander zu setzen, dann machen uns die Antworten sicher und stark und mutig genug  für unsere nächsten Entscheidungen, Veränderungen und Herausforderungen.

So  bleibt das Leben auf alle Fälle weiterhin spannend 🙂

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Ich bin zwar weder Veganerin noch Vegetarierin, aber ich mag nix essen, wo sich mir der Magen rumdreht und mein Gewissen Alarm schlägt, wenn ich mitbekomme, was Lebewesen durchmachen müssen, bis sie bei uns auf dem Teller kommen.

Ich mag es nicht, wenn mich ganze Tiere auf dem Teller anschauen.

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Deswegen hat mir die Idee von https://www.veganblog.de/ernahrung/so-isst-man-heute-hummer/  wirklich prima gefallen. Dort gibt es ein tolles Foto für einen vegetarischen Hummer und sehr sehr viele Informationen darüber, was mit dem Hummer im Lebensmittelgeschäften und Restaurants so alles passiert. Da ich das Foto nicht klauen will, habe ich es als Inspiration für meine  eigene „Foto-Kreation“ genommen.

Mit etwas mehr Geschick, Übung und Kreativität könnte das doch auch mal eine Hummer-Alternative sein, wenn etwas ganz Besonderes serviert werden soll 🙂

Die Zeichen der Natur stehen auf Schonung

Guten Appetit!

Euer HolunderMärchenMädchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regenbogenpause & Lebensrettung

 

Eigentlich wollte ich Blumen kaufen, aber da hab ich diesen schönen Regenbogen entdeckt. Ich bin ihm entgegen gefahren um ein schönes Foto machen zu können.
Also fuhr ich an der Gärtnerei vorbei; einfach mal dem Regenbogen entgegen.
Und siehe da, ich fand einen Parkplatz an einem Kürbisstand, wo das Bild des Regenbogens mir noch klarer und schöner erschien.
Eine Mutter mit Tochter hatten dort auch schon angehalten um den Regenbogen zu bewundern und einen Schnappschuss zu machen. Wir plauderten ein wenig über das schöne Phänomen, dann schoss jeder in Ruhe seine Bilder.
Als ich zurück zum Auto ging, kam ich noch mal an dem Kürbisstand vorbei. Der Bauer bot Zierkürbisse in verschiedenen Größen an. Die Kürbisse waren nach Größe und Schönheit sortiert und er hatte für jede Kategorie einen Preis angegeben. Er überließ die Kasse quasi seinen Kunden und vertraute darauf, dass jeder den richtigen Betrag in die Kasse tun und nix herausholt. Schön, dass es so ein Vertrauen noch gibt, dachte ich als ich das sah.
Beim Studieren der Kürbisse fiel mir eine kleine Biene auf, die dummerweise in ein Glas Wasser gefallen ist. Sie strampelte noch ein wenig. Man konnte ahnen, dass sie kaum noch Kräfte hatte. Ich nahm zwei Stöckchen und baute der kleinen Biene eine kleine Brücke, damit sie wieder aus dem Wasser krabbeln konnte, was sie dann auch schnurstracks gemacht hat. Damit sie nicht wieder ins Wasser fällt, legte ich die Stöckchen neben sie auf dem Kürbistisch. Das Bienchen krabbelte noch ein Stückchen kraftlos weiter – man konnte sehen, dass sie sich selbst ein geschützteres Plätzchen suchte um wieder trocknen  können und um sich von dem Wasserfallschock zu erholen.

So ging ich noch ein wenig den Feldweg entlang um irgendwas zu finden, was der fast ertrunkenen Biene gut tun wird. Ich wusste gar nicht so genau, was ich finden wollte. Eigentlich sagte mir meine Intuition geh links, aber ich hatte nicht drauf gehört und ging rechts. Das war mein Verstand, der mir sagte bleib im Hellen – das bist Du sicherer. Als ich nix fand, wollte ich wieder zurück zum Auto gehen, da es wirklich auch langsam dunkel wurde. Auf dem kurzen Stück zurück gab es rechts eine Abzweigung zu einem kleinen Wäldchen. Also quasi die Weggabelung, an der ich zuvor noch dachte, da ist zu dunkel, da gehst du besser nicht lang. Doch diesmal sprach Frau Intuition lauter mir und sagte: „jetzt geh doch mal da lang – nur kurz!“ Okay so ging ich den dunklen Weg und siehe da – da fand ich auf einmal auch genau das was ich suchte:
Aus der Dämmerung leuchteten mich ganz auffällig die zartrosa Blüten eines saftigen Wiesenklees an, der wirklich damit einverstanden war, dass ich ein bisschen von ihm pflücken durfte. Nun eilte ich schnell wieder zu meinem Regenbogenkürbisstand und legte den Wiesenklee vorsichtig zur Biene und schaute noch ein wenig zu, wie sie sich mit letzter Kraft zur Kleeblüte schaffte und ordentlich daraus naschte. Dann verschwand sie unter dem Klee und machte es sich wohl satt und zufrieden zum Trocknen gemütlich. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute 🙂

Ich aber war froh, ein kleines Leben zu retten. Das schien wohl heute meine Aufgabe zu sein, denn der Regenbogen hatte mich genau dort hingeführt.

 

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Später habe ich noch herausgefunden, wie wertvoll der rote Wiesenklee ist. Er scheint ein echtes Allround-Talent zu sein. Der kleine rote Wiesenklee, der von uns oftmals gar nicht mehr wahrgenommen wird:
Hier ein paar Fakten:

  • „Trifolium pratense“, ist der lateinische Name, was soviel heißt wie „auf der Wiese wachsendes Dreiblatt.“
  • wird auch Rotklee genannt
  • Nationalsymbol der Iren
  • Heilpflanze, z.B. Linderung von Menstruations- u. Wechseljahrsbeschwerden
  • Küchenpflanze, z.B. in Suppen Salaten oder die frischen Keimlinge, wie Kresse
  • Futterpflanze für Hasen und Rehe
  • Blühzeit von April bis Oktober
  • Nahrung für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten
  • hoher Eiweissgehalt
  • Bodenverbesserer
  • auch wissenschaftlich wird der Wiesenklee z.B. in der Krebsforschung
  • u.v.a.m.

Achtet mal auf den roten Wiesenklee, wenn ihr spazieren geht und sagt ihm schöne Grüße von mir.  Und wenn das Wetter draussen nicht so schön ist und ihr mal Zeit habe schaut doch mal hierhin: https://www.bienenretter.de

Euer HolundMärchenMädchen
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