Regenbogenpause & Lebensrettung

 

Eigentlich wollte ich Blumen kaufen, aber da hab ich diesen schönen Regenbogen entdeckt. Ich bin ihm entgegen gefahren um ein schönes Foto machen zu können.
Also fuhr ich an der Gärtnerei vorbei; einfach mal dem Regenbogen entgegen.
Und siehe da, ich fand einen Parkplatz an einem Kürbisstand, wo das Bild des Regenbogens mir noch klarer und schöner erschien.
Eine Mutter mit Tochter hatten dort auch schon angehalten um den Regenbogen zu bewundern und einen Schnappschuss zu machen. Wir plauderten ein wenig über das schöne Phänomen, dann schoss jeder in Ruhe seine Bilder.
Als ich zurück zum Auto ging, kam ich noch mal an dem Kürbisstand vorbei. Der Bauer bot Zierkürbisse in verschiedenen Größen an. Die Kürbisse waren nach Größe und Schönheit sortiert und er hatte für jede Kategorie einen Preis angegeben. Er überließ die Kasse quasi seinen Kunden und vertraute darauf, dass jeder den richtigen Betrag in die Kasse tun und nix herausholt. Schön, dass es so ein Vertrauen noch gibt, dachte ich als ich das sah.
Beim Studieren der Kürbisse fiel mir eine kleine Biene auf, die dummerweise in ein Glas Wasser gefallen ist. Sie strampelte noch ein wenig. Man konnte ahnen, dass sie kaum noch Kräfte hatte. Ich nahm zwei Stöckchen und baute der kleinen Biene eine kleine Brücke, damit sie wieder aus dem Wasser krabbeln konnte, was sie dann auch schnurstracks gemacht hat. Damit sie nicht wieder ins Wasser fällt, legte ich die Stöckchen neben sie auf dem Kürbistisch. Das Bienchen krabbelte noch ein Stückchen kraftlos weiter – man konnte sehen, dass sie sich selbst ein geschützteres Plätzchen suchte um wieder trocknen  können und um sich von dem Wasserfallschock zu erholen.

So ging ich noch ein wenig den Feldweg entlang um irgendwas zu finden, was der fast ertrunkenen Biene gut tun wird. Ich wusste gar nicht so genau, was ich finden wollte. Eigentlich sagte mir meine Intuition geh links, aber ich hatte nicht drauf gehört und ging rechts. Das war mein Verstand, der mir sagte bleib im Hellen – das bist Du sicherer. Als ich nix fand, wollte ich wieder zurück zum Auto gehen, da es wirklich auch langsam dunkel wurde. Auf dem kurzen Stück zurück gab es rechts eine Abzweigung zu einem kleinen Wäldchen. Also quasi die Weggabelung, an der ich zuvor noch dachte, da ist zu dunkel, da gehst du besser nicht lang. Doch diesmal sprach Frau Intuition lauter mir und sagte: „jetzt geh doch mal da lang – nur kurz!“ Okay so ging ich den dunklen Weg und siehe da – da fand ich auf einmal auch genau das was ich suchte:
Aus der Dämmerung leuchteten mich ganz auffällig die zartrosa Blüten eines saftigen Wiesenklees an, der wirklich damit einverstanden war, dass ich ein bisschen von ihm pflücken durfte. Nun eilte ich schnell wieder zu meinem Regenbogenkürbisstand und legte den Wiesenklee vorsichtig zur Biene und schaute noch ein wenig zu, wie sie sich mit letzter Kraft zur Kleeblüte schaffte und ordentlich daraus naschte. Dann verschwand sie unter dem Klee und machte es sich wohl satt und zufrieden zum Trocknen gemütlich. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute 🙂

Ich aber war froh, ein kleines Leben zu retten. Das schien wohl heute meine Aufgabe zu sein, denn der Regenbogen hatte mich genau dort hingeführt.

 

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Später habe ich noch herausgefunden, wie wertvoll der rote Wiesenklee ist. Er scheint ein echtes Allround-Talent zu sein. Der kleine rote Wiesenklee, der von uns oftmals gar nicht mehr wahrgenommen wird:
Hier ein paar Fakten:

  • „Trifolium pratense“, ist der lateinische Name, was soviel heißt wie „auf der Wiese wachsendes Dreiblatt.“
  • wird auch Rotklee genannt
  • Nationalsymbol der Iren
  • Heilpflanze, z.B. Linderung von Menstruations- u. Wechseljahrsbeschwerden
  • Küchenpflanze, z.B. in Suppen Salaten oder die frischen Keimlinge, wie Kresse
  • Futterpflanze für Hasen und Rehe
  • Blühzeit von April bis Oktober
  • Nahrung für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten
  • hoher Eiweissgehalt
  • Bodenverbesserer
  • auch wissenschaftlich wird der Wiesenklee z.B. in der Krebsforschung
  • u.v.a.m.

Achtet mal auf den roten Wiesenklee, wenn ihr spazieren geht und sagt ihm schöne Grüße von mir.  Und wenn das Wetter draussen nicht so schön ist und ihr mal Zeit habe schaut doch mal hierhin: https://www.bienenretter.de

Euer HolundMärchenMädchen
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Kompost in guter Gesellschaft

Vor ein paar Tagen habe ich ich meinen Liebling, den Holunder gefragt, was ich ihm denn mal Gutes tun könnte. „Also, wenn Du mich so fragst, antworte er prompt aber eher vorischtig, dann trau ich mich, Dir zu sagen, dass ich mir schon lange eine nettere Aussicht wünsche. Ich habe mich mit ein paar Ästen schon ganz weit ausgestreckt, um mehr vom Garten sehen zu können, was mir gut tut. Mittlerweile habe ich die schwarze Tonne echt gut studiert. Ich kann Dir sagen, wieviel Rillen sie hat, dass sie schon lange nicht mehr zusperren geht und habe jetzt auch schon mehrmals alle Plastikkörnchen gezählt. Ach ja, und die vielen Fichtennadeln und Äste, die dort drin liegen, wünschen sich so sehr, da wieder rauszukommen.“ Sie hätten gerne ein wenig mehr Gesellschaft und möchten gerne zusammen mit den anderen Pflanzen zu guter Erde werden. Dort in dieser schwarzen Tonne, schaffen sie es nicht aus eigener Kraft. Von einem Vogel, der ab und zu mal versucht, den Deckel zu lüften, wissen sie, dass es ein bisschen weiter weg von hier, richtig gute Kompostanlagen geben muss. Da würden sie gerne hingebracht werden, berichtete er mir hoffnungsvoll weiter.

Da fiel es mir wieder ein: Es muss sich wohl um die Schnellkomposter-Tonne handeln, die wir mal als Kompost-Experiment angeschafft hatten. Leider wusste ich da noch nicht, dass Tannennadeln nur sehr schwer kompostierbar sind… Seitdem liegt das Experiment mehrere Jahre brach. Die Tonne steht voll und bis oben hin befüllt in unserer hintersten Garten-Ecke. Ein umgedrehter Keramiktopf dient als Verschluss, weil der Plastikriegel der Tonne schon ziemlich schnell abgebrochen ist. Kompost ist bisher noch keiner unten raus gekommen. Sieht alles noch so aus, wie ich es damals eingeschichtet hatte. Es gibt schönere Anblicke… Trotz Komposthelfer und Beachtung aller guter Tipps, die ich im Netz so finden konnte, ist dieses Experiment leider gescheitert. Gescheiterte Experimente sind Chancen für neue Projekte, lerne ich heute in unserem Garten. Das neue Projekt heisst: „nette Aussichten“:-)

Kleiner Hexenschuss verzögert Projekt „nette Aussichten“

Viel hat sich zuum Thema „nette Aussichten“ noch nicht getan – aber der vermeintlche Kompostierer ist erstmal leer und kann dann mal weg. Der ganze Inhalt ist mittlerweile auf der großen Kompostieranlage, und kann sich dort, wie gewünscht frei entfalten…(siehe Blogbericht vom 28.06.2017

Mein lieber Göga hatte mir den ersten Kompostsack aufgehalten. Beim Ausräumen habe ich wohl ein wenig zu tief und zu herzhaft in die Tonne gegriffen und wäre da dann beinahe noch stecken geblieben…. O-weh, danach konnte ich kaum noch gerade laufen.

Sicher war es kein Hexenschuss, sondern eher ein kleine Rückblockade. Wie so oft, wollte ich die Hilfe meines Mannes nicht unnötig lange in Anspruch nehmen und dachte, ich schaffe ihm zu Liebe ein bisschen schnelller, wenn er mir schon am Abend noch bei so einer Aktion hilft. So darf ich mir jetzt die Frage stellen, ob ich mich im Leben in die richtige Richtung bewege.
Tja wer weiß das schon:-)

Vielleicht sollte ich mehr meinem eigenen Rhtymus und meinem eigenen Tempo folgen?

Meinen Rücken hab ich an diesem Abend erstmal ein bisschen geschont. Am nächsten Morgen hatte ich ein ernsthaftes Gespräch mit ihm. So weiß ich jetzt, dass er eine große Last zu tragen hat und sich mein Gewicht auf alle Fälle falsche Richtung entwickelt. Seitdem und das ist jetzt auch schon wieder ca. 2 Wochen her, gilt: keine Zucker mehr im Kaffee und abends keine Süssigkeiten mehr. Und wenn Süßes, sollte es bitte bitte was Selbstgemachtes sein. Und natürlich mehr Bewegung, die den Rücken stark hält.  Achso – und demnächst wird eine bessere Rollenverteilung gewünscht: der Mann schaufelt und die Frau hält den Kompostsack auf 🙂 Mit anderen Worten:  Das Schwerere für den Mann, das Leichtere für die Frau.
Dann stimmt die Richtung wieder 🙂 Und wiedermal was vom Garten gelernt.